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Reise Reise …

30. November 2006

… Seemann reise, jeder tut’s auf seine Weise

Es ist so um und bei 14 Tage her, da kam Claudi halb im Scherz mit der Frage um die Ecke, ob ich sie nicht für vier Tage auf eine Tagung nach Málaga begleiten wolle – jeder der mich und den Schalk in meinem Nacken kennt wird sich die Antwort selber ausrechen können. Logisch bin ich mit, sonst würden diese Zeilen hier ja auch nicht wirklich Sinn ergeben ;)
Málaga, die zweitgrößte Stadt Andalusiens hatte die IVCA als Ort für ihre diesjährige Mitgliederversammlung ausgesucht. Aber was soll’s, sollen die sich doch die Köppe heiß reden, ich streife derweil durch die Altstadt Málagas und mach mir ein paar schöne Stunden. So zumindest war mein Plan – es sollte anders kommen …

Freitag
Morgens vier Uhr irgendwas, viel zu zeitig für meinen Biorhythmus traktieren mich mehrere elektronische Zeitmesser. Der Koffer war gepackt und mit Claudi hatte ich abgemacht, dass ich sie um 5:00 abhole, damit wir um 6:00 am Hamburger Flughafen sind. Als späteste Check in-Zeit war 6:40 angegeben, also genügend Zeit um in der Schlange zu stehen.
Im Endeffekt, war ich nicht so ganz um 5:00 bei ihr und es war dann auch eher kurz vor halb sieben als wir den Terminal betraten und ob der Schlange vor den Schaltern nicht wirklich hofften noch an Bord der Maschine zu gelangen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Danke an das hilfsbereite Bodenpersonal, die es möglich gemacht haben, dass wir um 7:15 im Flieger gen Zürich, unserem Zwischenstopp saßen. Auf den 400m Sprint durch den halben Terminal hin zur Passkontrolle während wir namentlich ausgerufen wurden möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Auch nicht darauf, dass der Bundesgrenzschutz gaaanz genau kontrolliert hat, dass ich auch wirklich ich bin.

Zürich, 8:40, Regen, die Frisur interessiert keine Sau
Angekommen, Frau Becker – ebenfalls Tierärztin und Tagungsgängerin – eingesammelt und nach einem Herzinfarkt wegen der Preise für 2 Kaffee, einem Brötchen und einem Joghurt auf zur nächsten Etappe – Málaga or bust! Während wir von Hamburg aus mit der Airline mit dem Kranich geflogen sind ging es jetzt mit swiss weiter. Ein sehr angenehmer Flug. Selbst ich hatte fast genügend Bein- und mehr als genug Pofreiheit. Anstatt der als “An Bord Erfrischungen” deklarierten anderthalb Freigetränke anderer Firmen gab es hier Getränk en mass und dazu noch kleine Calzones – was will ich mehr ;)

Málaga, Spanien, Planet Erde – zumindest mit Letzterem konnte ich ‘was anfangen.
Kaum von den Gepäckbändern in die staubigen Hallen der Ankunftsebene gespült begannen wir zu erörtern wo wir denn hin müssten (Hotel) und welches das beste Fortbewegungsmittel dafür sei – lange Rede gar kein Sinn, wir haben uns einen Mietwagen genommen, da wir davon ausgegangen sind, dass ein Taxi zum laut Beschreibung 20 km entfernten Hotel wohl in etwa dem Preis für einen Tag Mietwagen entsprechen müsste. Kaum saßen wir also in “unserem” roten Renaut Clio, versuchten wir dem Weg, den uns der freundliche Europcar-Mitarbeiter auf einer dieser Übersichtskarten, die den halben Kontinent auf DIN A4 zeigen, nach Coin zu finden.
Ja, die Tagung sollte nicht direkt in Málaga sondern halt ein wenig außerhalb statt finden.

Keine vier Stunden, diversen Gebirgspässen und etlichen beinahe Nervenzusammenbrüchen, hat wir endlich unser Ziel das Hotel Restaurant Cuidad del Cine, La Cruz de Piedra erreicht …
Was war geschehen? Im Grunde ist es ganz einfach zu erklären. Die Karte, die wir bei Europcar erhalten haben, war Müll, viel zu ungenau. Ausserdem ist das Hotel nicht direkt in Coin, sondern außerhalb in der Wallapampa gelegen. Hinzu kam, dass die Ausschilderung in Spanien sich halt von der, die wir gewohnt sind unterscheidet. Wir haben dann irgendwann ein richtige Straßenkarte gekauft und dann auch an unserem Ziel angekommen

Unser Apartment in Coin

Der Empfang war freundlich, herzlich aber leider nicht ganz Einfach. Unsere vereinten Spanischkentnnisse kann man auf zwei Notizzetteln unterbringen und die Englischkenntnisse der Frau am Empfang ging wirklich gegen Null, aber mit dem guten Pons Sprachführer einer Menge Geduld auf beiden Seiten des Tresens haben wir auch diese Hürde gepackt. Ebenso wie das vorherige Einkaufen in einem spanischen Supermarkt – jetzt mal unter uns, kann mir bitte mal Einer die Weiber erklären? Kaum den Supermarkt betreten erblicken sie die Pafümerieabteilung und durchstöbern das Sortiment als ob es kein Morgen gäbe. Nicht das es überaus exquisit wäre, oder günstig. Nein, min. die Hälfte war deutscher Kaufhof-Standard … Aber bevor ich das Thema weiter stresse und dadurch Gefahr laufe, irgendwann mit Pferdespritzen im Rücken zu enden, halte ich jetzt besser meinen Rand ;)

Die Betten waren klein, weich und in der typischen Art des Landes bezogen. Ich kam damit ja wunderbar klar, aber was machen leute, die bei 15?C im Schatten nur noch im Norweger vor die T?en?

Im Restaurant des Hotels, war dann schon eine illustere Runde dabei zu testen, wie gut man die Sprachbarrieren überbrücken kann wenn der Eine nicht die Sprache des Anderen spricht Aber um es kurz zu machen – es klappte hervorragend. Gesättigt und mit einer entsprechenden Bettschwere betteten wir uns dann zur Ruhe Als beinahe Zweimetermann habe ich das Bett dann doch für ein wenig zu kurz empfunden und die Matratze hätte auch ein wenig härter sein können, aber ich kam damit klar.

Samstag
Nettes Frühstück, planen des Tagesablaufs und erstmaliges Realisieren, dass ich wohl was falsch verstanden haben muss. Sah ich mich daheim in D noch durch Málaga streifen, bewaffnet mit einem Buch und die Lust eine Stadt zu Fuß zu entdecken, während sich der Rest auf der Tagung befindet, musste ich auf der Odyssee España am Vortag schon erkennen, dass das mit dem aus dem Hotel treten und Málaga zu meinen Füßen zu finden wohl nichts wird.
Positiver war dann schon, dass die Tagung nur Samstag Abend stattfindet und wie auch am Sonntag tagsüber eine Schulung angeboten wurde, an der aber nicht alle teil nehmen. So war ich dann doch noch in Málaga – zu viert haben wir dann einiges Erkundet, die Innenstadt, Boutiquen und Schuhgeschäfte und auch die Alcazaba. Tapas durften auch nicht fehlen.
Alles in Allem ein netter Tag, sodass ich kein bisschen Traurig war, dass ich während der Tagung dann noch ein wenig lesen konnte.

Sonntag
Auch wenn es einem sicherlich so vorkommen mag, Tagungen gehen nicht ewig und irgendwann war auch das gemeine Fußvolk (ich) wieder ein gern gesehener Gast, sodass ich doch reichlich angeschiggert ins Bett gekrabbelt bin. Das zum Ende des Abends eine einzelne Silke sich genötigt sah, voller Inbrunst heimische Volksweise (Rheinland!!!) zum Besten zu geben, mag meinen Zustand begünstigt haben ;) *duck*
Jedenfalls hatten wir beschlossen nach Benalmádena fahren und dort mit einer Seilbahn einen Berg zu erklimmen.

Es geht abwärts

Nachdem wir den Gipfel und die Falknerei genossen hatten, wollten wir noch mal einen Abstecher nach Málaga machen, sind aber nicht weit gekommen. Irgendwie fanden wir uns noch in Benalmádena in einem McDonalds wieder um uns im Anschluss mit diversem Fastfood bewaffnet in der Nachmittagssonne an den Strand zu setzen. Hatte ich eigentlich bereits erwähnt, dass wir eine Temperatur von 20°C und absolut blauen Himmel hatten?
Als die Sonne sich dann anschickte sich zu verkrümeln brachen wir ebenfalls auf. Auf dem Weg zurück viel unser Blick auf etwas, was wir zu erst als Mall zu erkennen glaubten. Bei näherer Betrachtung viel uns auf, dass das Teil vor den Toren Málagas nicht nur einfach eine Mall, sondern das die Plaza Mayor neben Geschäften, einem Kino, Bars und Restaurants und einer Eisbahn (!!!) einer auch noch Wohnungen und Büros beherbergt. Und wieder waren “meine” beiden Damen in ihrem Element …

Montag
Einsamkeit, Leere, wir waren die Letzten …
Alle anderen Tagungsteilnehmer hatten bereits am Sonntag die Heimreise angetreten, sodass wir auf das gewohnte Frühstücksbuffet verzichten und statt dessen mit warmen Baguette sowie einem Teller mit Wurst und Käse und begnügen mussten – was uns nicht wirklich schwer gefallen ist. Die Rückreise verlief im Grunde ereignislos.

Bye-bye Malaga ...

Bei der Abgabe des Mietwagens gab es ein wenig Diskusion, da versehentlich ein kleiner Schaden an der Frontschürze als gebrochener Spiegel eingetragen war, aber das hatte sich recht schnell geklärt. Zurück ging es wieder mit swiss (“Hallo Calzone” “Hallo Rolle”).
In Zürich wurde es dann kurzzeitig noch ein wenig spaßig, da einem Reisegast die neuen Gepäckbestimmung hinsichtlich Flüssigkeiten im Handgepäck wohl entgangen sind. Jedenfalls war er, als wir die Sicherheitskontrolle über uns ergehen ließen dabei eine halbe Flasche Henessey vor der Konfiszierung zu schützen indem er sie einfach aus trank. Vielleicht hätte dem armen Kerl mal jemand erzählen sollen, dass die Fluglinien Betrunkene oft nicht mitnehmen. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist, aber ich hoffe das Beste für ihn …

...

Um 19:15 landeten wir dann in Hamburg, regnerisch war es, nasskalt, norddeutsch …

Reise Reise, Seemann reise und die Wellen weinen leise

Auf dieser Reise habe ich gemerkt, dass meine Digitalkamera nun wirklich Müll ist, trotzdem habe ich ein paar Bilder zusammengestellt. Ihr könnte sie Euch hier ansehen

Filed under: Anderswo | Comments (6)

6 Kommentare

  1. iKArus 30. November 2006 @ 14:50

    Spassige 4 Tage, vor allem, wenn man sich hier unser Sauwetter so betrachtet … ;)

  2. Carsti 1. Dezember 2006 @ 12:31

    “neidischguck” 
    Aber ich spare ja schon auf einen Tauchtrip im ersten Quartal 2007. Wenn wir Morten zum Tauchen ueberreden, dann vielleicht auch Dich? :)

    Die positiven Erfahrungen mit swiss+ kann ich uebrigens bestaetigen. Vor allem haben die ein ausgesucht gutes Weinangebot an Bord. Den Flughafen Zuerich finde ich allerdings eher durchscnittlich, zumal sie die Business Lounge vor der Sicherheitskontrolle haben. Wieviel Sinn ergibt das denn?

    Naja, freut mich, dass Du Dich ein bisschen erholen konntest! Und einmal Mitleid fuer Claudi… :P

  3. Vivien 1. Dezember 2006 @ 16:36

    Hm, wenn ich so die Fotos sehe und dazu noch deinen Reisebericht lese …. WERD ICH IMMER STINKIGER DAS DU MICH NICHT MITGENOMMEN HAST!!!! ;)

  4. Ulf 2. Dezember 2006 @ 13:08

    Wow, hört sich ja echt gut an!

    Da wäre ich auch lieber gewesen als im nebligen London…

  5. Gundula 2. Dezember 2006 @ 17:27

    Mensch Rolle, klasse. Da hast Du ja dieses Jahr doch noch spanische Erde betreten dürfen. Beim lesen Deines Tagebuchs konnte ich mir alles rege vorstellen – bishin zum Flugzeug hechten :-) . Hast Du nett be- und geschrieben. War ein kleines Trostplaster für Sylvester ohne Plaza Cort, Uvas und anschliessendes Abfeiern. Oder nicht? Saludos!

  6. Nici 25. Dezember 2006 @ 14:41

    Komisch das ich nichts davon wusste…….warum wohl??

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