2007-12-28 Kolumbien
Vamos a la Playa
Dieser 80er Jahre Sommerhit und Qual meiner Ohren bekommt hier ein völlig neue Bedeutung, da wir heute Medellin für eine Woche den Rücken kehren und gen Norden an die Küste (Karibik!!!) fahren werden um dort einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Etwa zehn bis 12 Stunden sollte die teilweise durchs Hochland führende Tour dauern.
Morgens um 5:00 hatten wir uns alle am Treffpunkt an einer der Ausfallstraßen Medellins eingefunden um im Konvoi die Tour in Angriff zu nehmen.
Ziemlich schnell mussten wir feststellen, dass wir mit unserem Chevrolet (Suzuki) Grand Vitara gegenüber den kleineren und leichteren Clios und Twingos in den Serpentinen des Hochlands, dass gleich hinter den Toren Medellins beginnt, nicht mithalten konnten. So mussten die Anderen regelmäßig anhalten und auf uns warten. Andererseits hatten wir ausreichend Platz und auch eine Klimaanlage, in den anderen Fahrzeugen saß man dann doch ein wenig gedrängter
Was mich wirklich immer wieder erstaunt ist die kolumbianische Art Auto zu fahren. Überholen geht immer und überall. Im Gegenzug wird aber auch bereitwillig Platz gemacht. Trotzdem wurde mir auf den kurvenreichen Straßen mehr als einmal bange. Als dann auf der Talfahrt dann auch noch die Bremsen unseres Dickschiffs langsam aber sicher überhitzten und weich wurden – 2 Tonnen sind halt 2 Tonnen und deren Potentialenergie wollen halt in Zaum gehalten werden – und uns sogar LKW überholten machte die Fahrerei keine Spaß mehr. Automatikgetriebe und Gefälle passen halt nicht sooo gut zusammen ![]()
Nach der Eierei war ich froh darüber, als wir wieder auf ebenen Straßen zu sein, ohne diese ständigen Kurven. Dass zumindest Teile der Straßen kostenpflichtig garantiert zumindest ein Mindestmaß an intakten Asphalt unter den Reifen…
Irgendwa gegen Mittag bog die gesamte Karawane mitten in der Pampa links ab – Essen? Zum Thema Essen muß ich hier noch mal etwas los werden – ja, schon wieder. Die gesamte Truppe hatte sich anscheinend zur Aufgabe gemacht mir unwissendem Europäer alle kulinarischen Köstlichkeiten des Landes näher zu bringen, was zwei Dinge zur Folge hatte:
Zum Einen bekomme ich die ganzen Namen dessen was mir aus allen Richtungen in die Futterluke geschoben wird noch nicht einmal ansatzweise mitgeschnitten und zum Andern kann ich den Gedanken, dass ich auf Grund der hohen Temperaturen erfahrungsgemäß etwas weniger essen und vielleicht ein wenig Gewicht verlieren wohl vollends vergessen. Ich denke mal, das Gegenteil dürfte der Fall sein.
Jedenfalls hielten wir direkt auf einen Zoo zu. Zoo? Essen? Naja, sooo abwegig ist der Gedanke ja nun auch wieder nicht. Zumindest im Zoo von Hannover kann man sehr gut essen und auch Veranstaltungen ausrichten (lassen). Wir jedenfalls in den Schuppen und auf dem indirektesten Weg hin zur Lodge. Hey, wir hatten schließlich Kinder dabei und die können ja bekanntlich an keinem Tier vorbeigehenohne es streicheln zu wollen
An der Lodge angekommen hat man sich kurzerhand entschlossen, doch erst einmal die angebotene Tour durch den Tierpark mit zu nehmen. MIFT!, hatte ich mich doch bereits auf die hiesige Spezialität – Kaiman-Spieß – gefreut. Stattdessen ruckelten und zuckelten wir mittels dieser als Eisenbahn verkleideten Flughafen-Gepäck-Fahrzeuge über die Anlageund haben uns die Attraktion, eben die Kaimane genaustens ansehen können – naja, man sollte sich seine Nahrung ruhig öfters mal etwas genauer ansehen.
Neben den Kaimanen gab es noch allerlei anderes Getier zu bestaunen, aber um ehrlich zu sein, auch nichts sooo Außergewöhnliches.
Als wir dann zurück an der Lodge waren (Kaiman Kaiman Kaiman) wollten die Anderen plötzlich nichts mehr essen und so schnell wie möglich weiter (Kaiman?) – wahrscheinlich hat keiner damit gerechnet, dass die Tour doch ein wenig umfangreicher war. Claudita, MoYo und ich haben uns aber entschlossen, nicht ohne den Spieß zu fahren und wenn wir ihn in die Hand nehmen müssen (Kaiman!).
Das Fleisch des Kaimans ist hell, fast weiß und von fester Struktur. Geschmacklich erinnert es stark an Huhn. Lecker aber keine geschmackliche Offenbarung, sodass die Kaiman-Population einen neuen Freßfeind hätte
Vom Zoo aus, ging es in gewohnter Manier weiter, bis wir plötzlich auf Paula und Andres “auffuhren”. Gut, sie werden mal wieder auf uns gewartet haben – obwohl, sooo langsam waren wir doch gar nicht, schließlich haben uns Martica und Papeto doch noch nicht überholt. Die Art und Weise, wie die Zwei dann aber wendeten und lospreschten lies uns nichts Gutes ahnen…
Papetos Clio stand am am Straßenrand, der Kotflügel nicht mehr existent, Aufhängung matsch, Windschutzscheibe gerissen, etc. Zum Glück hat sich lediglich Martica das Knie gestoßen, ansonsten alle zwar etwas geschockt aber wohlauf!
Nach etwa drei Stunden, konnten man sich aufraffen, dass zumindest ein Teil der Leute in die nächst größere Stadt vorfahren, alleine schon um die Kids aus der Hitze zu bekommen. Keine zwei Stunden später, als auch der letzte Wagen (sie waren erst um 11:00 aus Medellin losgefahren), haben wir dann gemeinsam das letzte Teilstück bewältigt. Da ich dieNacht vorher kaum oder fast garnicht geschlafen habe, war ich als wir um 22:00 endlich ankamen nur noch alle. Ein gute-Nacht-Bier und ab ins Bett

