2007-12-31 Puñta Boliva
Klar, Müßiggang ist aller Laster Anfang aber wenn man denn auf so angenehme Art und Weise dazu eingeladen wird, wer könnte da schon wiederstehen…
Wir haben es heute einfach mal etwas ruhiger angehen lassen. Aufstehen, Frühstück (Arepa mit einer Mischung aus Reis und Rührei) und dann – ja dann, keine Ahnung. es ist ein herrliches Gefühl alles zu vergessen. Ich habe schon seit geraumer keine Ahnung mehr, was für einen Wochentag wir haben und das Datum ist auch nur noch eine fiktive Zahl ohne Bedeutung. Allein die Einträge im Blog, bzw. die entsprechenden Notizen im Block sind diesbezüglich ein Anker zur Realität.
Die Mittagszeit dösend am Pool verbracht sind wir (Andres, Carlos, MoYo und ich) zu späterer Stunde nach Tolou, der nächst größeren Stadt gefahren. Alleine schon, weil wir mal etwas Anderes sehen wollten. Puñta Boliva ist ja im Grunde auch nur eine Ansammlung von großen und kleinen Ferienhäusern mit nur sehr eingeschränkter Infrastruktur.
Tolou, ein Küstenstädtchen mit Uferpromenade, in der die Taxen Fahrräder mit Anhängern für die Passagieren (Rikschas nicht unähnlich) sind oder aber abenteuerliche Konstruktionen auf vier Rädern für bis zu 8 Passagieren. Hier in Äquatornähe sind die Sonnenuntergänge übrigens relativ unspektakulär. Die Sonne knallt mit einer Affengeschwindigkeit ins Wasser – Licht aus, danke schön! Kurz vorher wird dann noch die Windmaschine angestellt. Glühende Himmel, Farbexplosionen in Rot und Orange – Fehlanzeige.
Ja, ich weiß welches Datum da oben in der Überschrift steht. Heute ist Silvester und ich komme damit auch zum Thema: Silvester wird in Kolumbien nicht anders als in Deutschland gefeiert. Nur dass hier alles draußen stattfindet, die Speisen vom Grill kommen und ich deren Namen auch nur zur Hälfte ansatzweise Fehlerfrei über die Lippen bekomme. Einen Fernseher braucht hier keine Sau und anstatt des 24. Auflage des Ramba-Zamba-Dingens-Samplers erklingen hier die inzwischen vertrauten Rhythmen von Salsa, Merenge, Vallenato & Co aus den Boxen – Also irgendwie doch ganz anders als daheim
Meine Füße sind geschwollen, die Damen haben es sich nicht nehmen lassen wollen mir Bleichgesicht und Bewegungslegastheniker den Salsa näher zu bringen. Naja, wenn ich für mindestens ein halbes Jahr hierher auswandern würde, gelänge es mir bestimmt, die kleinen Trippelschritte gemeistert zu bekommen – HALLO? Die Tänze sind für Zwergwüchsige Personen unter 1,80 m mit einer Maximalen Schuhgröße von 41 gemacht. Apropos Schuhe, kennt jemand einen guten Doc, der sich um meine Füße kümmern kann…
In diesem Sinne: Feliz Año


