2008-01-05 Kolumbien
16. Januar 2008
Die zwölfstündige Rückfahrt nach Medellin diese Mal ohne nennenswerte Komplikationen. Dennoch fühle ich mich um Jahre gealtert. Sorry, aber in meinen Fahrstunden oder im theoretischem Unterricht zum Führerstein wurde Gottvertrauen nicht näher thematisiert. Hier in Kolumbien scheint das allerdings vom Stellenwert her, noch vor der Vorfahrtsregeln zu kommen
Hier wird sich vor Antritt der Fahrt, bzw. jedes Mal, wenn man an einer Kirche vorbei kommt, schnell bekreuzigt und schon kann man immer und überall überholen, egal ob man die Kurve einsehen kann oder man sich eh inmitten von Serpentinen befindet. Wenn für die Leute hier, die Sache damit klar ist - OK. Aber was zum Kuckuck macht ein bekennender Atheist wie ich, außer sich beinahe in die Hose zu machen? Der einzige Trost ist, dass hier alle so fahren und zum Glück jeder für den Anderen mitdenkt. So wird bereitwillig vom Gas gegangen um eine Lücke zum einscheren zu schaffen oder angezeigt ob eine Möglichkeit für den nachfolgenden Verkehr zum Überholen besteht. Beim Autofahren scheinen die Kolumbianer eh ein sehr kommunikatives Völkchen zu sein. Da wird geblinkt, gehupt oder die Lichthupe benutzt, dass es die helle Freude ist. Aber nie hatte ich das Gefühl, dass es aggressiv gemeint ist (vgl. Drängeln mit Lichthupe auf deutschen Autobahnen…). Trotzdem habe ich mich die ganze Zeit in das Armaturenbrett gekrallt und panisch auf die nächste Kurve gestarrt ![]()
Abgelegt unter: In Kolumbien, Realsatire |



