Haxe XXL
7. März 2010
Da ich schon seit einigen Tagen Appetit auf eine Haxe habe, lenkte ich, nachdem ich es nach kurzem Suchen in einem Hinterhof gefunden habe, meine Schritte in die XXL-Fabrik in Kiel.
Dort angekommen viel und gefiel mir zuallererst das heimelige Ambiente, was zwar rustikal aber dennoch alles andere als ungemütlich daher kommt, sondern viel Liebe zum Detail verrät. Neben diverser Gerichte oder Salate im namensgebenden XXL-Format wird Sonntags auch ein Brunch angeboten, der mir mit 13,90 € p.P. recht fair erscheint.
Aber zurück zu meiner Haxe. Das ich etwas mehr als 30 Minuten warten musste, erscheint mir, da ich zum Einen um 13:30 der einzige Mittagsgast war und zum Anderen man so einen Haufen Fleisch auch erst mal auf Temperatur bringen muss, nicht als zu lang. ![]()
Letztlich und um es vorweg zu nehmen, war ich der sehr leckeren Haxe gnadenlos unterlegen, keine Chance die Portion zu schaffen – ich müsste vielleicht vorher einen Tag hungern und mich mit der Gewissheit an den Tisch setzen, dass mein Leben vom Schaffen der Portion abhängt.
Und genau hier liegt der Wermutstropfen: Das Essen war sehr lecker und mit ebenfalls 13,90 € (19,95 € für die Haxe, einem alk.freiem Weißbier und einem abschließenden Espresso Macchiato) auch preislich ganz OK, nur die Portionen…
Viel zu groß, als dass sie einer alleine schaffen könnte und bei doppeltem Besteck als kategorisches Nogo beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Portionen bewusst so groß zu wählen, dass man die Hälfte weg wirft ist in meinen Augen Verschwendung…
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Habe ich schon mal erzählt, dass ich gerade ca. 6 Kilo abgenommen habe? Und dann lese ich so etwas….
Auf der Dessert-Karte finden sich übrigens Mars und Snickers in Bierteig, nur für den Fall, dass dich das interessiert…
Spontis beleuchtet heute in seinem Blog passender Weise die Themen Bulimie und Magersucht…
Nur noch Haut und Knochen, von Ana, Mia und Xiu Xiu
Das wäre doch mal eine schöne Location zum Brunchen.
Interessante Überleitung zu Mia und Ana. Ich sehe das mit den XXL-Essen sehr zwiespältig. Ich finde es grenzt irgendwie an Perversion, Essen gehen mit “Soviel ich essen kann” zu assoziieren. Ist ein Restaurant dann noch etwas besonderes? Vielleicht. Mag aber auch sein, das es an der Betrachtungsweise liegt. Deshalb bin ich deiner Meinung, das XXL Verschwendung und Perversion gleichzeitig ist.
Es sind für mich eben die zwei Seiten der selben Medaille.
Mag man es nun Perversion, Essstörung oder einfach nur “Unsinnigkeiten unserer modernen Gesellschaft” nennen.
Das soll jetzt aber kein rückwärtiges Verklären im Sinne von “Früher war alles besser” sein – damals hatten die ebenfalls nicht immer alle Latten am Zaun.
Heutzutage dreht es sich nun anscheinend um “Geiz ist Geil”, Körperkult und andere Nebensächlichkeiten.
Essen ist in unserer Gesellschaft zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Nahrung ist vorhanden, im Grunde sogar im Überfluss. Also geht es nun darum, es immer noch günstiger zu erhalten bzw. ein Maximum an Vergnügen daraus zu ziehen. Was für mich dann in zwei Richtungen geht. Einmal über Slow-Food mit seiner Wegkehr vom reinen Sättigen hin zum reinen Genuss der dann in der Molekulargastronomie gipfelt und zum Anderen mit dem Protzen und Übertreffen mit immer größeren Superlativen.
Das dieses immer schneller, höher und weiter unserer Gesellschaft die Seele verkrüppeln lässt sehen wir dann an all den Psychosen und anderen seelischen Qualen wie dann auch u.a. den von dir Erwähnten Essstörungen…