Wenn man sich einen Heißluftballon sponsorn lässt, hat der Sponsor natürlich ein verständliches Interesse, dass das gute Stück auch zu sehen also in der Luft ist.

So kam es, dass Jens mich recht kurzfristig anrief und mir eröffnete, dass er noch ein wenig Ballast benötigt und da Sand im Moment schwer zu kriegen sei, er mich fragen wollte ob ich nicht Lust hätte… Nein, ganz so fies war er nun wirklich nicht und außerdem musste er mich auch nicht lange bitten.

Aufbau

So fanden wir uns dann auch kurz nach sechs auf dem Neumünsteraner Flugplatz wieder um den Heißluftballon erst einmal zusammenzubauen und startklar zu machen. Da stand er nun, majestätisch, quietschgelb und voller Ungeduld tanzend und an seinen Ketten zerrend – der Ballon. Das wir, d. h. Jens, Ralf und ich, uns bereits im Korb befanden, hat den Ballon in keinster Weise interessiert. Mit jeder kleinen Windböe hüpfte er umher und zog an dem Seil mit dem er an dem Fahrzeug festgebunden war. Ganz ehrlich, ich hab’ das nicht so mit dem hin- und hergeschüttelt werden. Nein, nicht wirklich…

Wasbek-Bullenbek

Irgendwann war es dann soweit, mit einem Ruck wurde das wilde Tier von der Leine gelassen und stieg gemächlich und ruhig in den Abendhimmel auf. Notiz an mich selbst: “Gib dem Ballon wonach ihm verlangt und er wird lammfromm!” So fuhren wir dann über dem Naturpark gen Westen und konnten die Ruhe und Stille sowie die Aussicht genießen, die nur hin und wieder durch das Fauchen der Brenner unterbrochen wurde. Die Zeit steht still und man förmlich ebenso. Wobei, so viel langsamer als ein Auto ist man irgendwie auch nicht. Nach rund 25 Minuten befanden wir uns über Bünzen und sooo viel schneller ist man mit dem Wagen auch nicht dort.

Zur Landung kam dann doch noch ein wenig Hektik auf. Ein Ballon ist nun mal kein Hubschrauber. Man kann recht schnell Aufsteigen aber runter dauert dann doch etwas. So mussten wir ein paar Knicks ausweichen und kamen etwas später als geplant zum Landeanflug (Landefahrt?). Da wir kurz noch Kontakt mit einem Weidezaun hatten, fing der Korb unterm Ballon das Schaukeln an und mit eben dieser Dynamik berührten wir den Boden. Etwas ruppig aber nicht weiter schlimm kamen wir zum Stehen. Oder wären wir zum Stehen gekommen, wenn der Ballon über uns nicht noch ein Tänzchen mit seiner Geliebten, dem Wind gemacht hätte.
Jens wollte den Ballon möglichst lange “stehen” lassen, damit Micha, der uns mit dem Wagen gefolgt ist, uns besser sehen könnte. Das hatte dann zur Folge, dass der Korb zwar am Boden blieb, dieses aber abwechselnd mit dem Boden oder eines der Seitenwände tat ;)

Das Ende einer tollen Fahrt

irgendwann sind wir dann aus dem Korb gekrabbelt und haben den Ballon gelegt. Was dann folgte war neben dem Einpacken des Ballons die unvermeidliche Taufe mit Erhebung in den Adelsstand – schließlich hat der selige Louis XVI verfügt, dass das Montgolfieren nur den Adligen vorbehalten sei. Und da er ja bekanntermaßen mit der Französischen Revolution genug ärger am Hals hat, wollen wir ihm doch keinen Kummer durch missachten seines Edikts bereiten…

Fazit: Natürlich habe ich Fotos geschossen aber irgendwie viel zu wenige – “Jens, ich muss noch mal hoch!”